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The Obsolescence of Imprecise Facts, Vortrag im Rahmen des Programms "The Nature of Evidence: How Well Do ‘Facts’ Travel?", Dep. of Economic History, LSE London School of Economics and Political Sciences, 23.05.2007 von Gabriele Gramelsberger Die "Kunst" der Quantifizierung entwickelt sich seit dem 18. Jahrhundert stetig fort (vgl. Porter 1953; Poovey 1988) und erobert immer mehr gesellschaftliche Bereiche. Unter dem Begriff "Qualculation" wird dieses Phänomen aktuell diskutiert. Zahlen sind nicht nur zu universellen Medien geworden - zum Zirkular moderner Gesellschaft - hinter Zahlen verbergen sich zunehmend komplexere Berechnungsmethoden wie beispielsweise die numerischen Simulationen der Klimaforschung zur Prognose der globalen Erwärmung. Die "Kunst" der Quantifizierung lässt sich auch als Geschichte ihrer Berechnungsmethoden rekonstruieren, die immer komplexer und zum Teil auch genauer werden. Insofern sind auch Zahlen der Veralterung unterworfen und dies widerspricht unserem Vertrauen in Zahlen und ihre Evidenz als eindeutige und aussagekräftige Informationsträger, als "objektive Medien". Der Blick auf die Veralterung von (Kenn-)Zahlen entlarvt das Vertrauen in Zahlen als den Kernmythos wissenschaftlicher Erzählungen - insbesondere der sogenannten "exakten Wissenschaft" - , die zu den großen Erzählungen unserer Kultur gehören. LSE London: Forschungsprogramm "The Nature of Evidence: How Well Do ‘Facts’ Travel?" »Nature of Evidence (LSE) Poovey, Mary: A History of the Modern Fact, Chicago Press 1988 Porter, Theodore: Trust in Numbers. The Pursuit of Objectivity in Science and Public Life, Princeton University Press 1995 (Original 1953) Verweise - "From Human Computers to Computer Based Simulation", Vortrag zur ECAP‘07 European Computer and Philosophy Conference, University of Twente, 21.-23.06.2007 © Gabriele Gramelsberger, Berlin 2010 |