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Simulation als Erkenntnisinstrument, in: WPK Quaterly II/2007 "Klimawandel", Wissenschafts-Pressekonferenz Berlin: 2007, 14-17 von Gabriele Gramelsberger (Textauszug) Als im 17. Jahrhundert immer mehr experimentiert wurde, war die Skepsis zu Anfang groß. Die vorherrschende Forschungslogik der aristotelisch-scholastischen Wissenschaft vertraute auf jedermann einsichtige, allgemeingültige Phänomene alltäglicher Erfahrung. Erkenntnisse - durch Instrumente wie Galileos Fernrohr oder Experimente wie Boyles Luftpumpe vermittelt - liefen dieser Weltanschauung zuwider oder wie Peter Dear es in seinem Buch " Disciplines & Experience" beschreibt: "Singular, unusual events were of course noticed and reported, but they were not, by definition, revealing of how nature behaves "always or for the most part", as Asitsotle said; instead, they might be classified as "monsters" or even "miracles"." (Dear 1995: 14) Heute wissen wir, dass diese Revolution der Erkenntnisinstrumente die moderne Naturwissenschaft einläutete und ihr Programm ermöglichte, "den kausalen Zusammenhang der Dinge möglichst klar darzulegen, der Natur ihre tiefsten Geheimnisse zu entlocken und eine leichtverständliche, eindeutige Auskunft über die unbekannten Bestandteile und Kräfte in den verschiedenen Körpern zu erhalten." (Bacon 1642/1982: 55) Mit "Monstern" hat es die Wissenschaft heute wieder zu tun und die Skepsis ist ähnlich groß wie im 17. Jahrhundert, denn die heutigen "Monster" - Simulationen genannt - revolutionieren aktuell als neue Erkenntnisinstrumente die Wissenschaften. Dabei laufen sie der vorherrschenden Forschungslogik moderner Naturwissenschaften zuwider, insofern sie keine analytisch-exakten, streng kausal überprüfbaren Erkenntnisse zu Tage fördern, sondern als synoptische Erkenntnismedien approximative Erkenntnisse liefern. Diese neue Art der Erkenntnisinstrumente ist jedoch notwendig, wollen Forscher komplexe Systeme wie das Klima, die Zelle oder die Weltwirtschaft verstehen. ... - Online-Version der WPK Ausgabe "Klimawandel" unter: »WPK Quaterly II/2007 (pdf) © Gabriele Gramelsberger, Berlin 2010 |