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Interferenzen zwischen anthropotechnischen Räumen und den Sphären des Theoretischen. Metaphern und Methoden einer geisteswissenschaftlichen Praxeologie im Umgang mit Wechselwirkungen, in: Karsten Lichau, Viktoria Tkaczyk, Rebecca Wolf (Hrsg.): Resonanz. Potentiale einer akustischen Figur, München: Wilhelm Fink Verlag, 2008: 212-217 von Gabriele Gramelsberger (Textauszug) Interessant an Foucaults Arbeitsweise wie auch an den Forschungsmethoden der ANT und STS ist jedoch nicht nur die theoretische Dimension der Akteurialität und Hybridität als Interferenz- und Resonanzphänomene, sondern deren praktische Dimension im Umgang mit den Wechselwirkungen zwischen Texten und Materialien, zwischen Beschreibungen und Lebenswelt. Wechselwirkungen in anthropotechnischen Räumen spiegeln sich nicht nur in dem Versuch ihrer diskursiven Erfassung mit adäquaten Metaphern wider, sondern in einer spezifischen Praxeologie geisteswissenschaftlichen Arbeitens über die semantische Hilfskonstruktion der Metaphoriken hinaus. Interferenz im Sinne von Überlagerung kann auch als Methode im Umgang mit den Wechselwirkungen zwischen Text/Theoretisierung und Material verstanden werden. Eine solche Praxeologie geisteswissenschaftlichen Arbeitens bedarf der Resonanz zwischen begrifflichen und materialen Konfigurationen. Die genealogische Methode Foucaults, die Fallstudien der ANT und STS, ethnographische oder kulturwissenschaftliche Untersuchungen sind Beispiele einer solchen Praxeologie, die der Philosophie bisher fremd ist. Ihnen gemeinsam ist jedoch die letztendlich statische Fixierung in Texten, welchen nur die Imaginationswirkung dynamischer Metaphern als Hilfskonstrukte bleibt. Die Krux jeder Theorie jedoch ist, dass die Performanz der Wechselwirkungen, die sie beschreibt und wie sie sich in anthropotechnischen Räumen in jeder Sekunde auf's Neue ereignet, zwischen Buchdeckel geklemmt, verloren geht. Um diesen Verlust zu umgehen, müsste sich die Theorie aus dem rein Textuellen ins Material wagen und neue Formen der Darstellung finden. Die Künste bieten sich hier als Vorbilder an, aber auch die wissenschaftliche Forschung im Labor - sei es im realen oder digitalen Lab. ... Nervöses Lavieren am Rande des Sinns Die Limitierungen des Textuellen und Diskursiven in der Philosophie/Theorie zu überwinden und mit Materialien zu arbeiten, treibt mich seit längerem um. - In diesem Zusammenhang sind auch die Eventplattform »expolar sowie die Projekte/Konzeptkunst der »poetischen/artistischen Philosophie zu sehen. - "Raum - Textur - Sprache", Vortrag zum Workshop "Über Gestalt denken", Deutsche Bibliothek Frankfurt, 21.10.1999 »Raum-Textur-Sprache © Gabriele Gramelsberger, Berlin 2010 |